Kategorie-Archiv: Bücher

A. Lee Martinez – Terror der Tentakel (SciFi-Komödie)

Veröffentlicht am von

terrorFremde Welten sind erobert, Sonnensysteme unterjocht – der gelangweilte Imperator Mollusk vom Planeten Neptun langweilt sich. Zur Abwechslung möchte er mal zu den Guten gehören und lässt sich auf der Erde gottgleich verehren. Doch da naht schon das neue personifizierte Böse in Form des finsteren Brain. Gemeinsam mit der Venusianerin Zala, eigentlich eine Todfeindin, zieht der Midlife-Crisis gebeutelte Ex-Schurke in den Kampf um die Erde.

Der 100-Seiten-Check:
Mal wieder ein neuer und unterhaltsamer Roman aus der Fantasy-Schmiede von A. Lee Martinez. Ging es zuletzt um göttliche Waschbären („Gott im Unglück“) und hungrige Alien-Monster („Der Mond ist nicht genug“), haben wir es dieses Mal mit einem kongenialen, knochenlosen Superschurken vom Neptun zu tun. Doch der ist es leid, andauernd Welten zu erobern und lässt sich daher als milde waltenden Imperator auf der eroberten Erde nieder. Mit possierlichem Haustier, dem alles-fressenden Ultrafüßler Snarg. Doch so ein ehemaliger Bösewicht wird natürlich nicht lange in Ruhe gelassen. Eine drohende Entführung durch die ebenfalls auf der Erde beheimatete Armee von Atlantis, für Geld tun die alles, kann Mollusk problemlos mit (eigentlich ohne) Hilfe der venusianischen Agentin Zala vereiteln. Doch jetzt geht es, Mollusk sei dank, erst so richtig los!

Sehr spritzig und witzig geschriebene SciFi-Fantasy – Unterhaltung. Die gnadenlose und über allem stehende Hauptfigur Mollusk ist einfach zum Schießen. Dessen Gedankengänge und Wortwechsel zu verfolgen, so böse unbekümmert und dabei irgendwie immer auf den Punkt kommend (der Realitätsbezug ist oft einfach nur köstlich), macht einfach Spaß. Überhaupt verspricht dieser Ansatz, gefährlicher Weltenkiller langweilt sich und wird zur Abwechslung mal „freundlich“ (soweit es ihm in den Kram passt) unterhaltsame Lesestunden.

Top-Unterhaltung, für mich sogar der beste Martinez, den ich bisher gelesen habe!
(SiN)

Piper-Fantasy
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN 978-3-492-26943-8
€ 9,99
VÖ: 12. Mai 2014
Verlags-Homepage: http://www.piper-fantasy.de

Kategorie: Bücher

Daniel H. Wilson, Das Implantat (Dystopie)

Veröffentlicht am von

dasimplantat

In einer nahen Zukunft ist die Menschheit in der Lage, mittels neuraler Implantate Krankheiten wie Parkinson und Epilepsie, aber auch geistige und körperliche Defizite auszugleichen. Das Ergebnis sind hoch-intelligente und mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattete „Amp“-Träger. Schnell bildet sich eine immer größer werdende Widerstandsgruppe gegen die „Amps“, unter Anführung des ambitionierten Senators Joseph Vaughn. Der junge Lehrer Owen trägt selber ein Implantat wegen seiner Epilepsie und möchte einfach nur ein ruhiges Leben führen. Doch dann findet er heraus, dass speziell sein Amp ihm sogar außergewöhnliche Fähigkeiten verleihen kann. Und die werden schneller notwendig, als dem friedliebenden Owen lieb ist!

Mein Leseeindruck:
Musste ich in einem Rutsch durchlesen, das Thema fand ich einfach interessant. Erst kürzlich hatte ich einen Zeitungsartikel zum Thema neuronale Implantate gelesen. Und der Autor Daniel H. Wilson ist selber auch noch vom Fach, besitzt sogar einen Doktortitel in Robotik. Der Romananfang konzentriert sich sehr schnell auf die zunehmende Ablehnung der Amp-Träger durch eine US-Bewegung namens „Pure Pride“. Diesen gelingt es schnell, diskriminierende Maßnahmen gegenüber Amp-Trägern gesetzlich verankern zu lassen. Das geschieht mir fast etwas zu rasant, der Romanauftakt sollte wohl schnell über die Bühne gehen, um Platz für die Haupthandlung zu lassen. Und die hat es dann echt in sich!  Owen gerät eher ungewollt zwischen die sich aufbauenden Fronten. Sein vermeintliches Anti-Epilepsie Implantat, eingesetzt durch den eigenen Vater, hatte nämlich mal einen viel ernsteren Hintergrund. Und bietet nun auch viel mehr Möglichkeiten, kommt dieser spezielle Amp doch direkt aus der militärischen Forschung!
Neben Owen treten mehrere interessante Charaktere auf, wie der bereits erwähnte Senator Vaughn, der „lachende Cowboy“ Lyle, ein ehemaliger Elite-Soldat mit Super-Amp, dessen Schwester Lucy, der eigentlich geistig behinderte Junge Nick, usw. Die mitreißende Geschichte ist immer wieder mit „real“ wirkenden Gesetzestexten und Zeitungsberichten durchzogen.

Facettenreiche Erzählung, spannend und temporeich geschrieben, die den Leser aber gleichzeitig nachdenklich macht über Sinn und Unsinn von technologischem Fortschritt und neuronalen Implantaten!
(SiN)

Droemer-Knaur
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN 978-3-426-51348-4
€  14,99
VÖ: 03.03.2014
Verlags-Homepage: http://www.droemer-knaur.de

Kategorie: Bücher

M. J. Arlidge, Eene Meene: Einer lebt, einer stirbt (Thriller)

Veröffentlicht am von

eenemeeneDas junge Liebespaar Amy und Sam wacht in einem alten und fünf Meter hohen Schwimmbad auf. Keine Möglichkeit, zu entkommen. Eine Handynachricht stellt die beiden vor eine schwerwiegende Entscheidung und eine geladene Waffe liegt dafür auch bereit…wer wird überleben? Zwei Geiseln und eine Kugel – Amy und Sam sind nur der Auftakt. Detective Inspector Helen Grace und ihr Team müssen sich einer gemeingefährlichen Serienkillerin stellen. Dabei muss die nach außen immer stark wirkende Helen auch noch einmal in ihre eigene entsetzliche Vergangenheit eintauchen..

Mein Leseeindruck:
Wieder mal so ein Roman, den ich nicht mehr aus den Händen legen konnte. Ein wirklich bitterböser und an die Nieren gehender Thriller! Außer der mysteriösen Serienkillerin, die lange Zeit hervorragend (!) im Dunkeln bleibt, gibt es hier weitere vielschichtige Charakere zu entdecken. Die leitende Ermittlerin Helen Grace scheint eine Menge „Leichen“ in sich vergraben zu haben, ihre rechte Hand Mark Fuller ist nach Scheidung und Trennung vom geliebten Kind zum Alkoholiker geworden, usw. Die Suche nach dem roten Faden, der die grausamen Morde miteinander verknüpft, ist äußerst spannend und nicht so leicht aufzudecken. Für geschulte Leser daher eine spannende Herausforderung! Der Thriller braucht sich von Intensität und Brutalität nicht hinter „Schweigen der Lämmer“ oder „Sieben“ verstecken, würde sich meiner Meinung nach auch ähnlich gut für eine Verfilmung eignen. Auch das Romanende wird kein Zuckerschlecken, vor allem ein Bild („Mark“) ist noch lange in meinem Kopf haften geblieben.

Hervorragende und emotional tiefgehende „Unterhaltung“ ohne falsches Happy-End!
(SiN)

rororo
Taschenbuch, 368 Seiten
ISBN 978-3-492-26890-5
€  12,99
VÖ:12.11.2012
Verlags-Homepage: http://www.rororo.de

Kategorie: Bücher