Kategorie-Archiv: CDs & DVDs

Kartagon – In The Clinic (CD)

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KartagonDie Electro-Band „Kartagon“ war mir bis dato noch kein Begriff – freue mich aber, dass sich das durch diese sauber produzierte und sehr abwechslungsreiche Doppel-CD mit insgesamt 11 Tracks sowie 7 Remixen nun geändert hat! Das Schweizer Electro-Duo hat bereits 2003 ein erstes Album namens „Natural Instincts“ veröffentlicht, die nächsten 10 Jahre waren sie seitdem aber eher im Hintergrund als Remixer tätig. Mit ihrem neuen Album zeigen die beiden Songtüftler Thomas Daverio und Johannes Barth die vielfältigen Facetten der elektronischen Klangwelten auf, von rhytmisch-peppig á la Nitzer Ebb („Believer“), bis zu atmosphärisch-schwermütig wie auf „Messiah“,  übrigens mit Gastsänger Tilo Wolff (Lacrimosa)!  Auch die  R´n B Sängerin Nubya zeigt ihr gesangliches Können auf dem poppigen Tanztrack „One Day“ – von diesem Song liegen aber noch insgesamt 5 weitere Versionen vor! An diesen machten sich dann unter anderem Daniel Myer (Haujobb, Covenant), Roter Sand und Patentbrigade Wolff zu schaffen. Klar, dass der Song so völlig unterschiedliche elektronische Spielarten aufweist!
Sänger und Texter Johannes Barth macht gesanglich übrigens eine außergewöhnlich gute Figur. Abwechslungsreich, dabei oft sehr druckvoll, aber auch mit viel Melodie und dem gewissen Metal/Rock-„Crisp“ in der Stimme.

Tolles Album, erwachsener Electro für Electro-Fans mit etwas Anspruch!
(SiN)

Anspieltipps: One Day (feat. Nubya)
VÖ: 31.01.2014
Homepage: http://www.kartagon.com

Kategorie: CDs & DVDs

Joachim Witt – Neumond (CD)

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Witt_NeumondEs kommt mir gar nicht so lange her, dass ich anlässlich des neuen Albums „Dom“ ein tolles Telefoninterview mit Joachim Witt geführt habe, HIER noch mal anzuhören oder nachzulesen.Tatsächlich sind seitdem schon wieder fast zwei Jahre ins Land gezogen. Und hier ist nun auch schon „Neumond“, das neue Werk des vielseitigen Ausnahmekünstlers!

Seit „Goldener Reiter“ aus dem Jahr 1998 feierte Joachim Witt mit den unterschiedlichsten Songs immer wieder große Erfolge, präsentiert in seiner Musik aber auch gerne die unterschiedlichsten Stilrichtungen. So wundert es wohl kaum, dass sich „Neumond“ komplett von „Dom“ unterscheidet. Die Scheibe ist eine reine Electro-Platte geworden! Mal treibend und energisch wie direkt beim aufrührerischen Opener „Aufstehen“, mal melodiös und eingängig wie im entspannten „Strandgut“. Beim Electromix der Songs wird sich deutlich bei beliebten Soundstrukturen bedient.
So erinnert „Die Erde brennt“ stark an „Eclipse“ von  Apoptygma Berzerk, „Spät“ bietet peppige Grundbeats á la And One, usw. Textlich wird aus dem ehemaligen „Herbergsvater“ (übel, immer diese Anleihen an alte Charterfolge, was;)?) aber auch auf dieser Scheibe kein Freudenkind. Witt bleibt melancholisch, singt von verlorener Liebe, vergebenen Chancen und (mutigen) Neuanfängen.

Mir hat das opulente „Dom“ sehr gut gefallen, hier muss ich mich erst einmal etwas einhören. Aber ein paar Kleinodien habe ich dann doch direkt entdeckt. Und auf den aktuellen Fotos sieht Herr Witt mit dem langen Haar fast ein wenig nach Sean Connery in „Highlander“ aus… hat was:)!
Ab dem 29.04.2014 kann man sich auf der „Neumond Tour“ auch live vom Können (und Aussehen) von Joachim Witt überzeugen – übrigens mit Mono Inc. Sänger Martin Engler und Lord Of The Lost Mastermind Chris Harms als Gastmusiker!
(SiN)

Anspieltipps: Neumond, Dein Lied, Strandgut
VÖ: 25.04.2014
Homepage:http://www.joachimwitt.de/

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Bloody Mary – Anno Zero (CD)

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Als ich vor gut dreieinhalb Jahren die CD „party music for graveyards“ der italienischen Gothic Rock Ban „Bloody Mary“ in die Finger bekam, war ich komplett begeistert. Im August 2010 wurde die nach drei EPs und einem Longplayer vor allem in Italien bereits sehr populäre Band daher „Künstler des Monats“ auf Gothic-Family.Net. Wen das weiterführend interessiert, die Links zu meinem Interview und der Review findet ihr am Ende dieser CD-Vorstellung.
Die Vorabbemusterung für das neue Album „Anno Zero“ der ausgefallenen Kombo traf daher bei mir natürlich auf größtes Interesse! Die neue Scheibe kommt aber gleich schon anders als der Vorgänger daher: Während „graveyard“ vom Cover her für Gothic-Fans eher Unterhaltungswert hatte, zeigt das Frontmotiv von „Anno Zero“ gleich ein düsteres Bild vom Untergang der moderen Welt. Doch, was wären wir ohne Hoffnung, Albumtitel sowie die hübsche kleine gelbe Blume auf dem brennenden Cover, verspricht das nicht doch noch eine (neue) Zukunft?
„Anno Zero“ ist der Abschluss einer Trilogie, die 2005 mit Blood’N’Roll” ihren Anfang nahm und nun die letzten Tage vor der nuklearen Apokalypse beschreibt. Wut, Trauer, Liebe –  die insgesamt 10 Tracks beschreiben die verschiedenen Facetten der menschlichen Gefühlswelt anlässlich der drohenden Katastrophe. Neben kraftvollen Nummern finden sich hier auch sehr stimmungsvolle Rockballaden. Opener „I keep pretending“ und Single-Auskopplung „Frozen“ mit viel Gitarren und melodischen Keyboardpassagen klingen noch am ehesten nach der Graveyard-Album. Die Songs werden natürlich alle nach wie vor von Aldebarans außergewöhnlichen Stimme dominiert. So hört es sich bei „Did you let me down“ nach einem Duett zweier Männerstimmen an – tatsächlich ist das aber Sänger Aldebaran ganz alleine. Ich habe den Eindruck, auf dieser neuen Platte konnte und wollte der Künstler sein Gesangstalent noch deutlicher zum Ausdruck bringen. Und dann dieser italienische Schmelz in der Stimme – seufz;)…

Die CD ist nicht so durchgehend tanzbar wie der Vorgänger (der mit Tracks wie  „Sobibor“ aber auch nicht gerade easy-listening war!), zeigt die Düsterband aus Mailand aber einmal erneut in Bestform. Hier wird musikalisch und optisch was geboten, wie es sich bei Gothic Rock eigentlich auch schon immer gehörte!
Hoffentlich dürfen wir die stylischen Jungs bald auch wieder auf deutschen Bühnen begrüßen!

Anspieltipps: I keep pretending, Concrete Jungle, So far away
VÖ: 24.03.2014 (Italy)
Homepage: http://www.bloody.it/

Weitere Infos:
Graveyard-Review 2010

Bloody Mary Interview 2010

 

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