
Ein wahrhaft opulentes Werk ist das Debütalbum des LINGUA MORTIS ORCHESTRA, einem Projekt der bekannten deutschen Metalband RAGE. Das textlich auf einer Hexenverbrennung in Gelnhausen im Jahr 1599, eine wahre Begebenheit, beruhende Konzeptalbum wartet mit gleich zwei Orchestern auf, zu den insgesamt 15 Musikern gehören neben den RAGErn noch zwei hervorragende Sängerinnen, Jeannette Marchewka sowie die Sopranistin Dana Harnge. Die insgesamt 10 Songs sind sehr ausgefeilt und aufwühlend, harte Gitarren und Schlagzeug vereinen sich harmonisch mit klassischer Instrumentierung. Neben kraftvollen, aufwühlenden Tracks gehen auch immer wieder wunderschöne Balladen mit Fokus auf Streicher und Klavier direkt in die Gehörgänge. So ein Werk ist sicherlich wunderbar geeignet, Vorurteile von Fans der einen oder anderen Musikrichtung abzubauen. In Zeiten von erfolgreichen Bands wie „Nightwish“ oder „Within Temptation“ ist solch eine Vereinigung sicherlich auch schon gar nicht mehr so außergewöhnlich. Die perfekte Umsetzung, die Harmonie der unterschiedlichen Musiker und Sänger untereinander sowie die Geschichte, die hier musikalisch erzählt wird, sind aber schon als besonders hervorzuheben!
(SiN)
Anspieltipps: Lament, Witches´Judge, Afterglow
Homepage: http://www.rage-on.de/lmo.html
VÖ: 02.08.2013

Nach Umstrukturierungen und Änderungen im Bandgefüge von Covenant, Haujobb-Mastermind Daniel Myer hat die Band verlassen, sind die Electro-Pioniere nun wieder in rein schwedischer Besetzung am Start. Und fegen mit ihrer neuen Scheibe „Leaving Babylon“ alle Zweifel an der Zukunft von Covenant fort. Mit ihrer neuen CD betreten sie wahrlich neue Gefilde. Zwar sind ein paar Tanzflächenhymnen wie „Prime Movers“ oder das bereits vorab erschienene „Last Dance“ selbstverständlich enthalten. Aber der Fokus der Platte liegt für mich eindeutig auf dem Experimentieren mit unterschiedlichen Klängen, Gesangsstilen und Instrumenten. Klingt technischer, als es eigentlich ist, die Platte klingt dadurch einfach entspannter, erwachsener und teilweise hoch emotional. Für die Ballade „Not To Be Here“ muss ich der Band ein deutliches Kompliment aussprechen, das von der Melodie leicht an „Don´t give up“ von Kate Bush/Peter Gabriel erinnernde „Not To Be Here“ ist für mich der gefühlvollste Song, den ich je von der Band, vielleicht sogar generell in der Electro-Szene, gehört habe! Liegt auch mit daran, dass der Song wenig mit Electro zu tun hat 😉 Ein Klavier steht hier neben Sänger Eskils ruhig murmelnder Stimme im Mittelpunkt des Tracks. Bei „Thy Kingdom Come“, wieder eine etwas druckvollere Nummer, darf man sich sogar an einem Cembalo erfreuen!